Empfohlen

Zum Blog „der-schwache-glaube“ …

… ist im Einleitungstext „Der schwache Glaube“ alles gesagt. Die Homepage www.der-schwache-glaube.de ist auf die Blog-Seite umgezogen.
Zur Internet-Präsenz gehören Twitter und Facebook. Wenn ich auf interessante Links stoße, dann twittere ich sie meistens. Auf der Seite von Facebook reagiere ich auf das, was andere schreiben oder ich poste mal ein Bild, manchmal auch ein Hinweis auf neu eingestellte Beiträge.

Bildschirmfoto 2015-01-18 um 10.28.29

Hinweis: http://wirsindcharlie.de

„Zum Blog „der-schwache-glaube“ …“ weiterlesen

Festwochenende in Wittenberg, Pressemitteilung und Information Deutscher Ev. Kirchentag

Das ist ein, wie ich finde, doch recht interessantes Angebot für den kleinen Geldbeutel, um auch ohne den großen Kirchentag in Berlin Kirche live erleben zu können. Man muss nur bereit sein, im Freien zu übernachten. Das Festwochenende ist am 27. und 28. Mai in Wittenberg.

Hier die Pressemitteilung von heute, den 24.2.2017:

Wir feiern mit Menschen aus aller Welt 500 Jahre Refor- mation. Eine Chance, Gesicht zu zeigen: Wir sind viele und wir feiern! Wir sprechen hinein in unsere Gesellschaft – international, bunt, vielsprachig, hoffnungsvoll. Wir bekennen unseren Glauben. Und wir zeigen: Gott ist bei uns! Er verändert uns und unsere Welt. „Von Angesicht zu Angesicht“ ist der Festgottesdienst mit biblischem Thema überschrieben.

Einmalig, sich dieser großen Gemeinschaft im Abendmahl zu vergewis- sern: Mehrere tausend Menschen werden an der Abendmahlsausteilung beteiligt sein. Hunderte sorgen dafür, dass dieses Abendmahl feierlich ist und Raum gibt, sich auf das zu besinnen, worauf unser Glaube gründet. Die Evangelische Kirche in Deutschland und der Deutsche Evangelische Kirchentag laden gemeinsam mit r2017 zum Feiern ein.

Eingebettet ist der Festgottesdienst in ein Wochenende, das am Sams- tagabend mit der „Nacht der Lichter“ beginnt. Gemeinsam erleben wir am Sonntag dann den Sonnenaufgang und stimmen uns auf den Gottes- dienst ein, während viele vom Kirchentag und den Kirchentagen auf dem Weg ankommen. Nach dem Gottesdienst und den Grußworten genießen wir gemeinsam die Gemeinschaft auf der Wiese bei einem Picknick und einem Konzert. Die Erinnerung an diesen Tag nehmen wir mit nach Hause. Sie wird bleiben und uns stärken.

Programmübersicht:

Samstag, 27. Mai 2017

ab 21:00 Uhr „Nacht der Lichter“ – Gebete und Gesänge unter freiem Himmel mit Frère Alois, Prior, und Brüder von der Communauté Taizé, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und Schwestern vom Heiligen Andreas und Jugendliche aus Ameugny/Frankreich
anschließend Übernachtung unter freiem Himmel
Sonntag, 28. Mai 2017

04.30 Uhr Sonnenaufgangsandacht
10.00 Uhr Einstimmung mit Interviews und Musik
12.00 Uhr Festgottesdienst mit Abendmahl – mit Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischöfin Ilse Junkermann, Bischof Dr. Markus Dröge und Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au. Musik von den Bläserchören des Kirchentages in Berlin und der Kirchentage auf dem Weg sowie Gospel aus Wildeshausen
13.30 Uhr Grußworte
14.00 Uhr Nachklang
14.30 Uhr Reformationspicknick – Unter dem Motto Seele, Leib und Sinne lädt das Reformationspicknick ein. In großer Runde schmausen und genießen wir. Essen und Trinken wird da sein, und die Gemeinden laden uns ein zu Spezialitäten. Kunst und Kultur bereichern das Fest. Spontanität und Leichtigkeit, Lebenslust und Vergnügen strahlt dieser Tag aus und verbindet uns im Zeichen der Reformation im Jahr 2017.
16.30 bis 19:00 Uhr Konzert Live 17 mit Judy Bailey, Bell Book + Candle, Konstantin Wecker und CITY

Hier das ausführliche Programmheft als PDF:

https://r2017.org/fileadmin/downloads/r2017_Booklett_Festwochenende.pdf

Martin Heidegger, zum Letzten, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Heideggers Weg in die Moderne, Eine Verortung der „Schwarzen Hefte“, Herausgegeben von Hans-Helmut Gander und Magnus Striet, Heidegger Forum Verlag Vittorio Klostermann, Frankfurt/Main 2017, Softcover, 272 Seiten, ISBN 978-3-465-04269-3, Preis: 24,80 Euro

Diverse Tagungen zu Martin Heideggers „Schwarzen Heften“ wie die im April 2015 in Siegen und im Dezember 2014 sind inzwischen gedruckt dokumentiert. Dazu kommt nun eine Tagung der Freiburger Universität im Dezember 2015. Die Dokumentation aller Vorträge und der jeweiligen bis zu 30-minütigen Diskussionen finden sich als Podcasts auf der Homepage der Freiburger Universität (https://www.frias.uni-freiburg.de/de/mediathek/podcasts/freiburger-horizonte/heideggers-schwarze-hefte-ideoologieanfaelligkeit-der-intellektuellen-1). Der dort noch in englischer Sprache aufgenommene Vortrag von Jeff Malpas (Professor in Hobart, Australien) liegt im Buch in deutscher Übersetzung vor: „Die Wende zum Ort und die Wiedergewinnung des Menschen: Heideggers Kritik des ‚Humanismus’“ (S. 115-134). Der Vortrag von Lore Hühn „Selbstwahl und Ethik in Sein und Zeit, Zur Kierkegaard-Rezeption Heideggers“ ist im Buch nicht enthalten, weil es wohl Überschneidungen gab mit dem Vortrag von Christian Bermes (Professor, Koblenz-Landau) „Verrat am Leben? Heidegger und der Tod“ (S. 165-180). „Martin Heidegger, zum Letzten, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Predigt über Lukas 10, Maria und Martha, Christoph Fleischer, Welver 2017

Predigt über Lukas 10, 38 – 42, gehalten wird diese Predigt am Sonntag vor der Passionszeit in der Möhne-Gemeinde.

Verlesung des Predigttextes aus der Lutherbibel 2017:

 

38 Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf.

Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf.

39 Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria;

die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.

40 Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihnen zu dienen.

Und sie trat hinzu und sprach:

Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen?

Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll!

41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr:

Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe.

42 Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt;

das soll nicht von ihr genommen werden.

https://gemaeldeonline.wordpress.com/1566/12/07/tintoretto-christus-bei-maria-und-martha/

Liebe Gemeinde,

Eine Pastorin berichtet aus einer Frankfurter Innenstadtgemeinde von einer Bibelarbeit in einer Frauengruppe:

„Nachdem wir den Text mehrmals gelesen und uns erste Eindrücke mitgeteilt hatten, haben wir uns in zwei Gruppen gegenübergesetzt. Martha und Maria schauten sich an und wollten miteinander ins Gespräch kommen. Die erste Beobachtung war, dass es erstaunlich viele Frauen gab, die sich für die Seite Marthas entschieden hatten. Die zweite Beobachtung, dass ich mich selbst auch auf die Seite Marthas begeben hatte. So geschah es, dass einige Marthas mich fragten, ob ich mich nicht in der Wahl der Seite geirrt habe. Ich bekam Unverständnis zu spüren. Dabei hatte ich mich darauf gefreut, einmal die Martha sein zu dürfen. Gerade in letzter Zeit hatte mich das Gefühl, über die tägliche Arbeit in der Gemeinde nicht mehr zum Privatleben zu kommen, sehr unzufrieden gemacht. Ich hatte es satt, meine Mahlzeiten allein und in aller Eile einzunehmen, nicht mehr mit guten Freunden zum Essen und Kochen zu kommen und von meinen Bekannten als die intellektuelle Frau angesehen zu werden, die im Berufsleben zwar ‚ihren Mann steht’, der man aber besser kein Kind auf den Arm gibt und die man nicht mit Hausfrauenpflichten belästigt.“ (Sybille Fritsch-Oppermann in: Predigtstudien, Zur Perikopenreihe III, Erster Halbband, Hrsg. Von Peter Krusche u. a., S. 175f).

Die Geschichte von Maria und Martha, die wir am Anfang als Predigttext gehört haben, scheint von vornherein auf die Frage bezogen zu werden, wer heute und hier Martha und Maria ist, die in der Geschichte ja in verschiedenen Rollen dargestellt werden. Wer hier spielerisch die Seiten wechselt wie die Pastorin, bestätigt diese Einstellung geradezu, denn dann ist sie oder bin ich eben einmal Martha und das andere Mal Maria. Ich glaube, dass diese Bibelarbeit deutlich macht, dass dieses vordergründig bei jedem Predigttext vorkommt, dass wir uns fragen, in welcher Rolle der Geschichte wir persönlich angesprochen sind.

Man könnte es ganz schlicht ausdrücken und sagen: Wir wollen erreichen, dass wir mit diesem Bibelwort heute etwas anfangen können, je nachdem, von welchem Standpunkt aus wir darauf zugreifen. Wenn wir uns klarmachen, dass es darum geht, „damit-etwas-anfangen“ zu können, dann müssen wir auch die unterschiedlichen Voraussetzungen, mit denen wir das erwarten, berücksichtigen. Einige mögen das Thema schon von vornherein im christlichen Kontext sehen, weil wir ja im Gottesdienst sind, andere kommen erst einmal aus ihren Alltag heraus hierhin, und sind sicher von ihren Alltagsfragen so voll, dass sie froh sind, wenn der Bibeltext die Fragen der Welt und des Alltags ansprechen würde.

Doch ist es nicht einfacher und einer Predigt angemessener mit Martin Luthers zu fragen wollte, was „Christum treibet“ und zu dem Ergebnis kommen, dass Martha und Maria zwar verschiedene Aufgaben in der Gemeinde repräsentieren, aber im Grunde nicht gegeneinander ausgespielt werden können. Beide werden gebraucht. Doch auch damit ist die Predigt keinesfalls zu Ende. Denn wir müssen uns über diese Rollenverteilung hinaus fragen, was denn der Bibeltext über Jesus oder über Gott aussagt. Dazu lese ich zuerst einige Zitate aus zwei Predigten von Meister Eckart und kommentiere sie anschließend.

Meister Eckart war Priester und Ordensgeistlicher und lebte zwischen 1260 und 1328. Er stammte aus Thüringen und lehrte Theologie in Paris und Köln. Zugleich war er als Ordensoberer dafür zuständig, für die priesterliche Betreuung von Frauenklöstern zu sorgen. So ist es nicht zufällig, dass er sogar zwei Predigten über Maria und Martha überliefert hat, eine mehr zur Figur der Maria und die andere zur Marta. Der Ort, um den es geht ist aber die eigene Seele. Es geht darum, wie wir in unserer Seele Gott empfangen wollen. Das ist im Bild von Jesu Besuch bei Maria und Martha ausgedrückt. Kurz vorweg: Das Dorf, in dem Jesus zu Besuch ist, bezeichnet Meister Eckart mit der lateinischen Übersetzung der Bibel als Burg. Marta, sieht er als ältere Schwester an. Das steht in der Bibel so nicht. Maria ist für Eckart eine Jungfrau, also eine nicht verheiratete Frau, da sie mit dem Haushalt nichts zu tun hat.

(Meister Eckart, Texte und Kommentar von Gerhard Wehr, marixverlag, Wiesbaden 2010, S. 58 – 66)

Erste Predigt: „Wenn der Mensch stets nur Jungfrau bliebe, so bliebe er ohne Frucht. Aber er sollte doch fruchtbar werden. Insofern ist es nötig, dass er Weib werde.“ (S. 60) Bei Eckart wird die Hausarbeit der Mutter zum Bild dafür, dass der Glaube Früchte trägt.

„Auch habe ich mehrfach gesprochen, dass eine Kraft in der Seele ist, die rührt weder von der Zeitlichkeit noch von der Vergänglichkeit her. … In dieser Kraft grünt und blüht Gott in all der Freude und all der Ehre, die in ihm selbst ist.“ (S. 61) Das Bild vom Wachsen eines Gartens wird auf den Glauben übertragen.

„So kommt er (Gott, Christus) in dieses ‚Bürglein’ der Seele. Und auf eine andere Weise kommt er nicht hinein und ist darinnen. Mit dem Teile ist die Seele Gott gleich, und nicht anders. … Dass wir so ein Bürglein seien, in das Jesus hineingehe, darin er empfangen werde und ewiglich in der besprochenen Weise ewiglich bleibe, dazu helfe uns Gott.“ (S. 62) Ein ganz schlichter Aspekt wird auf einmal zum Hauptthema. Jesus geht in ein Dorf. Das heißt jetzt: Jesus kommt in unsere Seele. Er bringt die Kraft, mit der die Seele wachsen kann und Frucht bringt.

Zweite Predigt: In dieser Predigt richtet Meister Eckart das Augenmerk auf Maria und ihre andächtige Haltung. „Drei Dinge veranlasste Maria, zu Füßen unseres Herrn zu sitzen: Die Güte Gottes hatte ihre Seele ergriffen. Das andere war eine große unaussprechliche Begierde. Sie begehrte, aber wusste nicht was, aber verlangte, ohne zu wissen, was. Das dritte war ein süßer Trost und eine Lust, die sie aus dem ewigen Worte schöpfte, das dem Mund Christi entströmte.“ (S. 64) Die empfangende Haltung Marias wird auf die Seele übertragen.

„Die Seele hat drei Wege zu Gott. Das eine ist in mannigfaltigem Wirken aus brennender Liebe in alle Kreaturen Gott zu suchen. … Der andere Weg ist ein Weg ohne Weg, frei und doch ungebunden. … Der dritte Weg heißt zwar Weg und ist doch das Daheim-Sein, ein Gottschauen unmittelbar im (vollen) Sein.“ (S. 65) Es gibt also schon in dieser kurzen Geschichte drei Wege zu Gott.

Die Geschichte von Maria und Martha spielt sich nach Meister Eckart in der eigenen Seele ab. Er fragt danach, was passiert, wenn Gott in deine Seele hineinkommt? Im Sohn wird Gott in der Seele geboren. Wir töten Gott und die Seele, wenn wir diese doppelte Geburt ignorieren. Ich finde diese Einstellung von Meister Eckart gerade in unserer Zeit wieder sehr aktuell. Wir hören ja Gottes Wort nicht nur als etwas, dass uns von außen gesagt wird, sondern wir nehmen es auch in uns auf und gestalten danach unser leben. so wird Glauben wachsen und so kommt Gott in uns selbst hinein.

(Einige Aussagen sind aus: John D. Caputo, Zusammenfassung „Mary and Martha as postmodern Hosts“ in The Insistence of God, A Theology of Perhaps, Indiana UniversityPress, Bloomington and Indianapolis 2013, Zusammenfassende und kommentierenden Übertragung seines kleinen Aufsatzes über die Auslegung Meister Eckarts von Maria und Marta, S. 42ff).

Es ist gut, die Geschichte von Maria und Martha mit Meister Eckart zu lesen. Obwohl hier offensichtlich der Text auf der Seite der Maria ist, die die Andacht repräsentiert, bevorzugt Meister Eckart die Rolle der Martha, die die Vita Aktiva verkörpert. (S. 44). Martha versteht, dass Gott zur Tat ruft, und nicht nur dazu, zu sitzen und zu hören. Maria zeigt uns die Gabe, die darin besteht auf Gott zu hören und mit Gott zu rechnen. Martha dagegen weiß, dass es Frieden nicht ohne Unruhe gibt. Das Beharren Gottes rechnen nicht mit denen, die den Frieden zu den Füßen Jesu finden, sondern mit der Unruhe derer, die Gottes Beharren in die eigene Existenz übertragen. Gott lebt in der Reinigung der Wohnung und in der Zubereitung des Essens. Marias Leben ist Welt-los, während Martha im Weltbezug lebt. Martha verkörpert das Drängen des Moments. Martha weiß, dass Jesus menschliche Bedürfnisse hat, und sorgt sich darum.  Martha verkörpert die Gastfreundschaft in ihrer elementaren Form. (S. 45)

Damit zeigt sich Gott gerade im Leben, so wie es ist, in all seiner Unruhe und seiner Schwierigkeit, Freude und Sorge, Versprechen und Risiko. In dieser Hinsicht ist es richtig, Gott mit Bonhoeffer im Leiden zu erkennen. Die Idee hinter der Theologie der Gastfreundschaft, in Bezug auf das Ereignis ist, dass wir uns selbst vorbereiten auf die Ereignisse, die wir erleben werden, so fragmentarisch sie auch sein mögen.

Ein anderer Aspekt ist die Frage des Gebets. Das Gebet und die Religion sind kein Pflichtprogramm, sondern eine Vorgabe für die Freiheit. Nicht die vorgeschriebenen Gebete und religiösen Übungen und Pflichten sind nötig, um Gott willkommen zu heißen. Allein die Reinheit bezeichnet die nichtreligiöse Religion. So ist die Seele eben nicht nur wie Martha, aktiv und drängend, sondern auch wie Maria, ohne Leistung und Pflicht. Die Geburt Gottes in der Seele ist die Wiedergeburt der Seele in Gott. Gott muss sich selbst von allen Eigenschaften und Prädikaten lösen. Gott muss auf die nicht-Existenz eines Rufs reduziert werden. Auf die Reinheit des Drängens, die uns dazu auffordert in der Welt geboren zu werden. Wir bereiten uns auf die Gastfreundschaft des Ereignisses vor, ohne uns in den Vorschriften der Frömmigkeit und der Askese zu befinden. Gott kann uns dabei helfen, so sagt es Meister Eckart, wie eine kleine Stadt zu sein, in der Jesus geboren wird. (S. 47)

Amen

In einer Email schickte mir Marlies Blauth, Meerbusch folgenden Kommentar:

Maria und Martha sind beide in mir lebendig. Vermutlich geht das vielen so – insbesondere den Frauen, immer noch. Wir wurden dazu erzogen, anzupacken, also eher nicht „faul“ herumzusitzen. Essen bringen, Geschirr wegtragen usw. Wenn die Maria in mir sagt, dass es vielleicht ausreicht, nur etwas Brot hinzustellen, fordert Martha das Aufwändigere, Besondere – für den besonderen Gast. Vielleicht hat er aber so viel zu sagen, dass ich gar nicht alles mitbekomme, weil ich ja in der Küche bin, während er im Zimmer sitzt und erzählt. Dann aber meldet sich Maria, dass ich ihm vielleicht doch mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

Beides hängt zusammen (wie zwei Schwestern) und kann durchaus zu einem „Geschwisterstreit“, zu einem Zwiespalt spüren – und zeigt letztendlich, dass es kein Rezept gibt, wie man den Alltag und insbesondere die Kommunikation gestalten muss. Jede Situation ist anders. Ein Gespräch bei einer schlichten Tasse Kaffee kann eindrücklicher sein als das Fünfgängemenü.

„Menschen stärken“ im seelischen Beistand, Christoph Fleischer, Welver 2016

Kurzreferat zu:

Kerstin Lammer, Sebastian Borck, Ingo Habenicht, Traugott Roser: Menschen stärken, Seelsorge in der evangelischen Kirche, Mit einem Geleitwort von Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der EKD, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2015

(Wenn ich das Referat gehalten habe, werde ich am Ende eine kritische Würdigung ergänzen. Da ich dem Gespräch nicht vorgreifen wollte, bleibt es zunächst bei dieser Zusammenfassung).

Das Buch über Seelsorge ist keine Denkschrift, wurde aber mit einem Geleitwort des Ratsvorsitzenden der EKD Heinrich Bedford-Strohm herausgegeben. Das Geleitwort enthält eine kurze Inhaltsangabe. Als bedeutsam hervorgehoben wird die „Wiederentdeckung des Reichtums von Segensgesten und christlichen Ritualen, die das klassische Seelsorgegespräch um eine entscheidende Dimension erweitern“ (S. 8).

9783579074382_cover

Die einzelnen Abschnitte werden durch eine Frage inhaltlich eingeleitet. Jeder Abschnitt enthält ein Fazit, der das Gesagte knapp wiedergibt.  Am Ende des Buches ist ein Literaturverzeichnis, sowie je eine kurze Vorstellung der Autorin und der Autoren. Ich werde im Folgenden jeden der zehn Abschnitt kurz zusammenfassen. „„Menschen stärken“ im seelischen Beistand, Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Wie stehe ich da vor Gott? Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Luca Baschera: Hinkehr zu Gott, „Buße“ im evangelisch-reformierten Gottesdienst, Evangelisch-katholische Studien zu Gottesdienst und Predigt, Band 4, Vandenhoeck & Ruprecht, Echter Verlag Göttingen, Würzburg 2017, Softcover, 280 Seiten, ISBN 978-3-429-04319-3 (Echter Verlag), Preis: 39,00 Euro

 

Aus dem Vorwort geht hervor, dass dieses Buch über das Element der Buße im reformierten Gottesdienst als Habilitation an der Universität Zürich entstanden ist. Vielleicht erstaunt manche Leser, dass ausgerechnet im reformierten Gottesdienst, der so wenig festlegte Formen enthält, ein Ort für Beichte und Buße sei soll. Aber wenn man wesentliche Teile des Buches gelesen hat, wird deutlich, dass gerade dieser freiere Gottesdienst auf seine Art ein Ort des Bedenkens der Frage sei soll: Wie stehe ich da vor Gott? Es wird dadurch auch deutlich, dass dieses Bedenken gerade nichts mit liturgischen Formeln zu tun hat, wenn es denn persönlicher und bewusster erlebt werden will. „Wie stehe ich da vor Gott? Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen